Nach wie vor Schadstoffe in der Chemiemülldeponie Roemisloch – Beseitigung gefordert

12.07.2021

BASF AG, Novartis AG und Syngenta AG versprachen im Jahr 2011 bei der Sanierung ihrer
Chemiemülldeponie Roemisloch in Neuwiller (F), sämtliche Abfälle mitsamt dem verschmutzen
Erdreich zu entfernen. Zehn Jahre nach Abschluss der Sanierungsarbeiten zeigen neue Analysen der
Gemeinde Allschwil jetzt: Ihr Versprechen haben die drei Firmen nicht eingehalten. Auch heute noch
verschmutzt die Deponie den Roemislochbach 2,5 Mal stärker als während den Sanierungsarbeiten.
Zudem hat die Analyse beim Roemisloch das gefährliche Benzidin weit über den empfohlenen
Limiten und Grenzwerten nachgewiesen. Neuwiller und Allschwil fordern von den drei Unternehmen,
die unmittelbare Gefahr umgehend zu beseitigen und ihr Versprechen von 2011 zu halten.


In den Wasserproben aus dem Roemislochbach vom 1. März 2021 hat das Labor 96 verschiedene
Chemiestoffe in einer Gesamtkonzentration von bis zu 473 Mikrogramm pro Liter Wasser nachgewiesen.
Erneut sind es die für den Chemiemüll der J. R. Geigy AG typischen Pestizide, Pharmazeutika sowie
Zwischenprodukte, die das Bachwasser übermässig belasten. Die J. R. Geigy AG belieferte die Deponie
Roemisloch von 1957 bis 1960 mit Chemieabfall. Sie ist die Vorgängerfirma der BASF AG, Novartis AG und
Syngenta AG.

Toxische Mischung für Mensch und Umwelt: Benzidin über den Grenzwerten
Die Mischung der 96 Substanzen macht ihre Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt aus. Die meisten der
gefundenen Substanzen sind jedoch einzeln schon sehr toxisch. Besonders problematisch ist Benzidin. Die
Substanz verursacht Blasenkrebs und wurde bereits an anderen Altlastenstandorten zum Thema. Deshalb
liess die Gemeinde die Wasserproben vom 1. März 2021 vom Umweltlabor des Amts für Umwelt und
Energie Basel-Stadt auf Benzidin analysieren und fand den cancerogenen Schadstoff. Eine zweite
Probenahme am 17. April 2021 bestätigte den Befund: Die gemessenen Konzentrationen an Benzidin
überschreiten in allen fünf Proben die in Frankreich empfohlenen Limiten 327 bis 180‘500 Mal. Zum
Vergleich: Obwohl die Schweizer Grenzwerte für Benzidin viel höher liegen, sind auch diese 6,5 bis 49-fach
übertroffen.

Benzidin stammt aus dem Chemiemüll der J. R. Geigy AG
Die J. R. Geigy AG stellte Benzidin und Benzidinfarbstoffe her und lagerte den Abfall aus diesen
Produktionen von 1957 bis 1960 teils im Roemisloch ab. Ebenso deponierte die J. R. Geigy AG Substanzen,
die sich in der Deponie zu Benzidin abbauen können. Hinzu kommen Stoffe, bei deren Synthese Benzidin
als Nebenprodukt angefallen sein dürfte, das die J. R. Geigy AG mit dem Abfall im Roemisloch abgelagert
haben könnte.

Nach wie vor grosses Umweltproblem im Roemisloch
Die Mischung an Schadstoffen und insbesondere die gemessenen Konzentrationen an Benzidin führen den
Gemeinderäten von Neuwiller und Allschwil vor Augen, dass beim Roemisloch noch immer ein grosses
Umweltproblem besteht. Die Untersuchungsergebnisse zeigen: In der Deponie muss noch immer eine
erhebliche Menge mit Chemiemüll belastetes Material liegen, das bei der Sanierung 2011 nicht entfernt
wurde. Regen wäscht die teils hochgiftigen Schadstoffe aus und schwemmt sie in den Roemislochbach, der
in den Neuwillerbach mündet und als Mülibach Allschwil durchfliesst (vgl. Kasten unten).

Allschwil und Neuwiller fordern Einhaltung gemachter Versprechen
Die Schadstoffkonzentrationen haben nach der Sanierung von 2011 nicht ab-, sondern zugenommen.
Deshalb sehen die Gemeinderäte von Neuwiller und Allschwil die BASF AG, Novartis AG und Syngenta AG
in der Pflicht. Um die unmittelbare Gefahr zu beseitigen, verlangen Allschwil und Neuwiller von den drei
Unternehmen, sofort das stark kontaminierte Wasser beim Roemisloch zu sammeln und zu reinigen.
Zudem fordern die Gemeinden die drei Unternehmen auf, die Quelle der Schadstoffe ausfindig zu machen
und den Chemiemüll anschliessend auszuheben. Erst danach ist erreicht, was Michael Plüss, ehemaliger
Leiter von Novartis Schweiz und Vizepräsident der GI DRB (Groupement d’intérêts pour la sécurité des
décharges de la Région bâloise) in seiner Rede bei den Feierlichkeiten zum Ende der Sanierungsarbeiten im
Jahr 2012 festhielt: BASF, Novartis und Syngenta hätten sich zum Ziel gesetzt, die Schadstoffe sicher zu
entfernen. Dies ist offensichtlich nicht vollständig geschehen und muss deshalb nachgeholt werden. Die
Gemeinderäte von Neuwiller und Allschwil erwarten von den Verantwortlichen der drei Unternehmen, dass
sie sich an dieses Versprechen von 2011 halten.

Allschwil und das Roemisloch
Die Deponie Roemisloch der BASF AG, Novartis AG sowie Syngenta AG liegt im elsässischen Neuwiller (F) am oberen Ende des gleichnamigen Baches. Der Roemislochbach fliesst in den Neuwillerbach, der wiederum als Mühlebach durch das Naherholungsgebiet Allschwiler Wald mit seinen Naturschutzgebieten fliesst.
Die Gemeinde Allschwil engagiert sich seit 2002 für die vollständige Sanierung der Chemiemülldeponie in Neuwiller. Sie hat dazu zahlreiche Analysen und Expertenberichte (www.allschwil.ch) erstellen lassen.
Allschwil und das Roemisloch

Der Roemislochbach schwemmt Schadstoffe wie z. B. das gefährliche Benzidin (Auslöser von Blasenkrebs) das Tal hinunter. Dies machen die Eisen- und Mangan-Ausfällungen gut sichtbar. Die Schadstoffe stammen aus der
Chemiemülldeponie Roemisloch der BASF AG, der Novartis AG und der Syngenta AG in Neuwiller (F).

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