21.04.2026
Im Frühling flattern sie wieder unbeholfen durch Garten und Nachbarschaft: Jungvögel auf ihren ersten Ausflügen. Ihre Tollpatschigkeit kann unseren Helferdrang wecken – doch oft gilt: Lieber in Ruhe lassen, statt gleich einzugreifen.
Im Frühling und Frühsommer entdecken Naturfreunde oft vermeintlich verlassene Jungvögel, die ihren Beschützerinstinkt wecken. Der Instinkt sagt: In eine Kartonschachtel setzen, nach Hause tragen und «aufpäppeln». Verständlich, aber kontraproduktiv! Viele Jungvögel sind sogenannte Ästlinge: Sie haben das Nest bereits verlassen, können aber noch nicht richtig fliegen. Die Eltern sind meist in der Nähe und versorgen sie weiterhin – auch wenn wir das nicht direkt beobachten. Halten Sie deshalb Distanz: Solange der Vogel wach, beweglich und unverletzt ist, ist Eingreifen in der Regel nicht nötig.
Hilfe ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Jungvogel unbefiedert oder sichtbar verletzt ist, an einem gefährlichen Ort sitzt (zum Beispiel auf einer Strasse oder in unmittelbarer Nähe einer Katze) und sich nicht bewegt – oder wenn über längere Zeit keine Elternvögel in der Nähe zu beobachten sind. In solchen Fällen hilft es, den Vogel vorsichtig in ein nahegelegenes Gebüsch zu setzen. Bei Unsicherheit beraten Fachstellen wie die Schweizerische Vogelwarte kompetent weiter.
Am besten schützen wir Vögel und Ihre Jungen, indem wir ihnen mit einfachen Mitteln vogelfreundliche Gärten schaffen: Dulden Sie wilde Ecken, setzen Sie auf heimische Hecken und Sträucher, gerne auch mit Dornen, und verzichten Sie auf Pestizide – denn Insekten sind für Jungvögel lebenswichtig. Auch Nistkästen können unterstützen, wenn sie passend zur Vogelart gewählt, ruhig und wettergeschützt aufgehängt und einmal pro Jahr (idealerweise im Herbst oder Winter) gereinigt werden.
Jungvögel lernen gerade, sich in unserer Welt zurechtzufinden – und häufig ist genau unsere Zurückhaltung die beste Hilfe. Wer beobachtet, statt vorschnell einzugreifen, und seinen Garten oder Balkon naturnah gestaltet, leistet einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür.
In der Region Basel steht die Vogelpflegestation Therwil als fachkundige Anlaufstelle bei Fragen zu Jungvögeln zur Verfügung. Auf der Internetseite www.vogelpflegestation.ch finden sich weiterführende Informationen zum richtigen Umgang mit aufgefundenen Vögeln. Im Falle eines verletzten Tieres besteht zudem die Möglichkeit, dieses mit einer kurzen Beschreibung sowie entsprechenden Fotos per WhatsApp an 079 256 12 84 zu melden, um eine fachgerechte Einschätzung und Unterstützung zu erhalten.
Bereich BRU – Gemeinde Allschwil
© 2026 Einwohnergemeinde Allschwil. Alle Rechte vorbehalten.
Mit der Benutzung dieser Website akzeptieren Sie die «Allgemeinen rechtlichen Bestimmungen».