Gemeinde Allschwil

Eine Chance, den Allschwiler Dorfplatzes aufzuwerten – informieren Sie sich über die Planungsstudie und wirken Sie mit!

20.06.2022

Der Kanton Basel-Landschaft muss am Allschwiler Dorfplatz die Bus- und Tramhaltestellen behindertengerecht umbauen. Die Gemeinde Allschwil ergreift dabei die Chance, den Dorfplatz gesamthaft aufzuwerten. Sie setzt damit die Ziele aus dem Räumlichen Entwicklungskonzept Allschwil 2035 um, den historischen Dorfplatz besser in Szene zu setzen und als Treffpunkt für die Bevölkerung zu stärken. Die Ergebnisse der von Kanton und Gemeinde gemeinsam durchgeführten Planungsstudie werden kommenden Dienstag, 28. Juni, am Forum Zukunft Dorfplatz der Öffentlichkeit vorgestellt. Christoph Morat, der ressortverantwortliche Gemeinderat, spricht über die Bedeutung des Dorfplatzes und die Themen, die am Dienstag um 19 Uhr im Saal der Schule Gartenhof auf der Tagesordnung stehen.

Christoph Morat, wie nutzen Sie den Dorfplatz? Und was bedeutet er für Sie?
Christoph Morat: Der Dorfplatz ist für mich ein wichtiger Begegnungsort in Allschwil. Hier finden kulturelle Anlässe statt, hier werden Wahl- und Abstimmungsveranstaltungen durchgeführt, hier können sich in den umliegenden Restaurants Menschen einfach begegnen und hier wird eingekauft. Es ist aber auch eine wichtige Verkehrsdrehscheibe mit einer Endstation des Trams und der Einmündung von gleich vier Kantonsstrassen.

Welchen Stellenwert hat das Projekt für Sie?
Nach über 50 Jahren müssen sowohl der Strassenkoffer und der Belag wie auch die Leitungen im Untergrund gründlich saniert werden. Dabei ist bei der Sanierung zwingend auch die aktuelle Gesetzgebung des Behindertengleichstellungsgesetzes zu beachten. Das ist die beste Gelegenheit, um sich ernsthafte Gedanken über die Gestaltung des für Allschwil so wichtigen Dorfplatz zu machen. Weil wir wiederum nachhaltig, also für weitere Jahrzehnte, planen und bauen wollen, sind wir doch gut beraten, die ausgestreckte Hand des Grundeigentümers, des Kantons Basel-Landschaft zu ergreifen. Wir erhalten so eine gute Gelegenheit, eine Stärkung Fuss- und Veloverkehrs auf dem Platz zu erreichen. Hier können wir also in erster Linie etwas für die Menschen in Allschwil gestalten. Deshalb hat das Projekt für mich einen hohen Stellenwert.

Viele Gemeindeaufgaben sind ein Must; welche Priorität hat in diesem Gesamtportfolio die Erneuerung des Dorfplatzes?
Kanton und Gemeinde haben eine gemeinsame Projektorganisation aufgestellt. Schon das beweist den hohen Stellenwert des Projekts im Gemeinderat wie auch in Liestal. Der Kanton könnte theoretisch die Sanierung und die gesetzliche Neugestaltung der Haltestellen nur mit einem minimalen Einbezug der Gemeinde realisieren. Das wir hier sowohl im Projektteam wie auch in der Steuerung dabei sind, bringt uns nur Vorteile und lässt hoffen, dass wir unsere Anliegen gut einbringen können.

Seit wann ist das Projekt im Gange und bis wann können die Einwohnerinnen und Einwohner damit rechnen, dereinst auf einem neuen Dorfplatz zu flanieren?
Der Gemeinderat hat sich bereits 2018 im Leitbild und im Räumlichen Entwicklungskonzept mit dem Dorfplatz auseinandergesetzt. Seit 2019 laufen nun die Arbeiten in einem sehr komplexen Planungsumfeld. Wegen der Corona Pandemie hatte auch dieses Projekt Verspätungen. Und es braucht noch einige Zeit, bis der erste Bagger auffährt. Der Kanton rechnet aktuell mit einem Baubeginn in frühestens fünf Jahren. Sobald ein Vorprojekt fertig erarbeitet worden ist – das soll Ende nächsten Jahres der Fall sein – kann eine Aussage über die Dauer der Bauarbeiten gemacht werden.

Wie verläuft der bisherige Prozess? Welches sind denn die Knackpunkte, die es zu bewältigen galt und die auf dem Weg bis zum Abschluss der Umgestaltung noch zu erwarten sind?
Alle bisher am Projekt Beteiligten sind sich bewusst, dass es sich hier um einen wichtigen Ort handelt. Deshalb arbeiten wir gut mit den Verantwortlichen des Tiefbauamtes des Kantons zusammen. Die Knackpunkte Verkehr, Gestaltung des öffentlichen Raums, Haltestellen und Umsteigebeziehungen Tram und Bus werden konstruktiv angegangen und man hört einander zu. Herausforderungen sind sicher die vielen Ansprüche an den begrenzten Raum, die natürlich auch Kompromisse und Einschränkungen mit sich bringen.

Am Dienstag, 28. Juni, stellen Sie Varianten aus der gemeinsam mit dem Kanton durchgeführten Planungsstudie vor. Welches ist die Haupterkenntnis daraus?
Aus Sicht der Gemeinde hat der Dorfplatz sicher das hohe Potential einer guten Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig ist er eben auch eine wichtige Verkehrsdrehscheibe. Diese beiden Ansprüche sind leider nicht in allen Punkten deckungsgleich. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es nur wenige bewilligungstaugliche Varianten gibt. Die Bevölkerung von Allschwil ist eingeladen, um ihre Nutzungswünsche und ihre Anforderungen an einen zukunftstauglichen Verkehr an dem Ort einzubringen.

Vertieft geprüft wurden zuletzt zwei Varianten: die Anpassung des Ist-Zustands und eine Variante mit einer Neuorganisation, die den Autoverkehr auf der Südseite bündelt und eine flexibel nutzbare Fläche im Norden schafft. Die heutige Situation ist weitgehend bekannt. Was kann man sich unter der zweiten Variante vorstellen? Welche Chancen bringt sie?
Die Verkehrsflächen werden in dieser Variante neu aufgeteilt. Durch eine Bündelung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf der einen Seite entstünden dadurch neu Flächen, welche flexibel nutzbar würden, beispielsweise für Marktstände oder für zeitweilige Aufbauten für kulturelle Anlässe. Wenn dabei, wie bei allen Varianten zu gewährleisten, auf die Zugänglichkeiten der privaten Grundstücke, auf die Bedürfnisse und Befürchtungen der Gewerbetreibenden während der Bauzeit sowie die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer geachtet wird, so bin ich überzeugt, dass hier ein Mehrwert entsteht, den viele Menschen in Allschwil im Grunde begrüssen würden. Und wie gesagt, wir bauen für die nächsten vielleicht 50 Jahre. Da sollte man schon enkeltauglich planen und bauen.

Am Forum Zukunft Dorfplatz soll neben der Vorstellung der Planungsstudie auch die Frage gestellt werden, was sich die Bevölkerung für den Dorfplatz wünscht. Was erwartet sich der Gemeinderat von Rückmeldungen?
Der Gemeinderat hat ja, wie bereits erwähnt, in seinem Leitbild die Aufwertung des Dorfplatzes genannt. Das Leitbild wurde in der Öffentlichkeit sehr begrüsst. Wenn sich nun auch in der öffentlichen Veranstaltung zeigt, dass die Bevölkerung den konkreten Punkt einer Verbesserung der Situation am Dorfplatz auch so sieht, so gewinnt der Gemeinderat Gewissheit, dass er sich auch weiterhin für eine gute Aufenthaltsqualität des Platzes beim Kanton einsetzen soll.

Welche Partizipationsmöglichkeiten bieten sich den Besuchern des Forums Zukunft Dorfplatz zum jetzigen Zeitpunkt denn überhaupt an?
Anspruchsgruppen wie Grundeigentümer, Bewohner, das Gewerbe oder etwa die AG Dorfkern konnten sich im Rahmen des Partizipationsprozesses ja bereits einbringen. Nun möchte der Gemeinderat den Dialog mit der Bevölkerung suchen, um vielleicht auch neue oder noch nicht wahrgenommene Ansichten zu hören; für den weiteren Verlauf des Projektes ist dies ein wichtiger Baustein.

Was erwarten Sie insgesamt von dem Anlass?
Der Gemeinderat wird zwar immer für die öffentlichen Anlässe im Sinne einer Partizipation gelobt, jedoch ist die Beteiligung daran oft nicht sehr hoch. Das ist für uns aber kein Grund, diese wichtigen Anlässe nicht doch durchzuführen. Für diese Orientierungsveranstaltung erhoffe ich mir konstruktive Eingaben und eine offene und faire Diskussion, bei der man sich zuhört und hoffentlich auch nachher beim Apéro oder nach dem Anlass, noch weiter im Gespräch bleibt. Und dass mit solchen öffentlichen Anlässen die Kultur des Mitmachens sich in Allschwil weiterentwickelt. Was die Veranstaltung allerdings nicht kann, ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt eine Entscheidung zu treffen. Es wird also keine Abstimmung geben, sondern vor allem einen Dialog.

Welches werden dann die nächsten Schritte auf dem Weg hin zu einem neuen Dorfplatz sein?
Im Spätsommer möchte der Kanton mit der Gemeinde zusammen den Variantenentscheid treffen. Der Meinungsbildungsprozess ist hier also voll im Gang. Danach wird ein Vorprojekt erarbeitet, wobei für den Strassenraum der Kanton verantwortlich ist. Für die Gestaltung der Platzflächen wird die Gemeinde den Lead übernehmen. Dabei wird zum Beispiel die Materialisierung geklärt, wo soll es etwa die immer wichtiger werdenden Bäume geben, welche öffentlichen Flächen sollen entstehen, wo steht der Dorfbrunnen, wo hat es Sitzgelegenheiten und so weiter. Am 28. Juni kann die Basis für die Beantwortung der für die Bevölkerung wichtigen Fragen gelegt werden.

Christoph Morat
Gemeinderat Christoph Morat: «Das Projekt hat sowohl im Gemeinderat wie auch in Liestal einen hohen Stellenwert».

Flyer

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