Die Allschwiler Kindergärten der Zukunft

15.04.2013

Wegen steigenden Kinderzahlen und HarmoS werden in nächster Zukunft in Allschwil gleich mehrere neue Kindergär...

Wegen steigenden Kinderzahlen und HarmoS werden in nächster Zukunft in Allschwil gleich mehrere neue Kindergärten geplant und gebaut. Alle Kindergärten basieren dabei auf dem „Musterkindergarten“ Ziegelei, der zurzeit gebaut wird und bereits auf Beginn des das Schuljahres 2013/2014 als eine Art Prototyp für den Allschwiler Kindergarten der Zukunft zur Verfügung stehen wird.


Am 3. März dieses Jahres bewilligte der Allschwiler Souverän den definitiven Betrieb und den Bau des Doppel-tageskindergarten „Spitzwald“; dank diesem Beschluss kann der erfolgreiche Tageskindergarten von der Pilotphase in einen etablierten Status überführt werden. Am 22. September 2013 darf das Volk im Rahmen der Kindergarten-Strategie (siehe Kasten) zu einem weiteren Kindergarten Stellung beziehen: zur Abstimmung steht dann der Dreifachkindergarten Pestalozzi im Hegenheimermattweg 2. Er ersetzt bei einem positiven Entscheid den bereits bestehenden Doppelkindergarten aus den siebziger Jahren und könnte den Kinder-gartenbetrieb auf das Schuljahr 2015/16 aufnehmen. Allen neu geplanten Kindergärten in Allschwil ist eigen, dass sie nach einem einheitlichen Vorgehen konzipiert und erstellt werden. Der erste in diesen Reihen ist der Ziegeleikindergarten. Andreas Gisske, stellvertretender Hauptabteilungsleiter Hochbau-Raumplanung in der Gemeinde Allschwil und zuständiger Projektleiter für diesen Kindergarten über die Allschwiler Kindergärten der Zukunft.


Herr Gisske, wegen steigenden Kinderzahlen und HarmoS werden zurzeit und in nächster Zukunft in Allschwil gleich mehrere neue Kindergärten geplant und gebaut. Den Anfang macht der Kindergarten Ziegelei, an dem die letzten Aussenarbeiten vorgenommen werden (siehe Bild): Was ist speziell an diesem Kindergarten?
Andreas Gisske: Wie der grösste Teil der Bauten im Ziegeleiareal musste der Kindergarten auf eine aufgefüllte Grube (Ziegeleiproduktion) gestellt werden. Dies bedeutete, dass der Baugrund im sogenannten Rüttelstopfver-fahren verdichtet werden musste; so kann den zu erwartenden Setzungen dieses Baugrundes entgegengewirkt werden. Weiter ist dieser Einfachkindergarten auf zwei Stockwerke angeordnet und berücksichtigt damit die topografischen Gegebenheiten an diesem Ort. Der eigentliche Unterrichtsraum befindet sich im ersten Stock und bietet den Kindern einen grosszügigen Ausblick auf die Umgebung.


Gemäss Fahrplan der „Gesamtstrategie Kindergärten“ benötigt die Gemeinde den Kindergarten im Ziegeleiareal bereits auf Beginn des Schuljahres 2013/14. Werden die Kindergärtner im Sommer dieses Jahres einziehen können?
Trotz strengem Dezember 2012 und Januar 2013 konnten die Terminvorgaben eingehalten werden. Am 12. und 13. Januar 2013 wurde der Rohbau aus Holz in nur zwei Tagen bei eisigen Wetterverhältnissen erstellt. Voraussetzung waren eine konsequente Planung und rasche Planungsentscheide aller Beteiligten. Ohne unvorhergesehene Ereignisse wird dieser Kindergarten termingerecht fertig erstellt sein.


Allschwil möchte in Zukunft beim Bau von Kindergärten jeweils auf einer Art „Musterkindergarten“ basieren. Ist dieser Ziegeleikindergarten dieser Prototyp?
Ja. Wir sind der Ansicht, dass der Kindergarten an der Brennerstrasse als „Musterkindergarten“ angesehen werden kann. Unterschiede bei den verschiedenen Kindergärten entstehen in erster Linie durch ihre kubische Erscheinung. Trotzdem sollen die Fassaden in Farbe und Material ähnlich gestaltet werden; damit entsteht ein gewollter Wiedererkennungswert der Allschwiler Kindergärten.


Hauptmerkmal des „Allschwiler Kindergartens der Zukunft“ ist der Holzelementbau, bei dem die weitestgehend im Werk vorgefertigten Wand-, Dach- und Deckenelemente vor Ort auf dem Betonfundament montiert werden. Was muss man sich darunter genau vorstellen?
Wie schon vorgängig erwähnt ist beim Holzelementbau eine minutiöse Planung aller Details und Abläufe von grosser Bedeutung. Die Bauherrschaft und damit die Nutzer sind angehalten, frühzeitig alle Entscheide bezüglich des Raumprogramms, Materialien etc. zu definieren. Die ökologischen Vorteile beim Holzelementbau liegen auf der Hand. Holz ist ein einheimischer und vor allem ein nachhaltiger Baustoff, welchen wir aus unseren Wäldern beziehen können. Wir konnten uns bei der beauftragten Holzbaufirma vor Ort überzeugen, wie die Elemente produziert werden. Der Zeitaufwand ist in der ersten Phase des Projektes sehr hoch; dieser wird während des eigentlichen Errichtens des Kindergartens aber wettgemacht.


Warum hat sich die Gemeinde Allschwil für diese Bauart entschieden? Welches sind die Vorteile?
Ein wesentlicher Vorteil ist die Umsetzung einer ökologischen Bauweise. Der Kindergarten an der Brennerstrasse entspricht den Vorgaben von Minergie-P-Neubauten (Zertifikat). Mit Schreiben vom 19. Februar 2013 vom kantonalen Amt für Umweltschutz und Energie wird der Gemeinde Allschwil die Zusicherung eines Förderbeitrages für den Kindergarten „Brennerstrasse“ für die Ausführung des Gebäudes in „Minergie-P-Neu-bauten“ bestätigt.


Der Neubau Ziegelei ist bald abgeschlossen; welche Projekte stehen als nächste auf dem Programm?
Der Tagekindergarten Spitzwald wurde vom Souverän mit grosser Deutlichkeit angenommen. Unmittelbar nach diesem Volksentscheid haben wir die Totalunternehmerarbeiten vergeben. Noch im April 2013 muss der TU-Vertrag erstellt und das Baugesuch eingereicht werden. Im September 2013 sollen die Bauarbeiten beginnen, damit der Einzug erfolgen sowie der Betrieb des Kindergartens im Sommer 2014 aufgenommen werden kann.

 

Kindergartenstrategie Allschwil

Entsprechend der Schülerzahl auf der Primarstufe
wird sich in den kommenden Jahren die Zahl der
Kindergartenkinder erhöhen. Gemäss einer Studie
der Firma Wüest & Partner AG
sind bis ins Jahr 2016 total 19
Kindergartenabteilungen notwendig.
Hinzuzurechnen sind die Kindergartenabteilungen,
die heute in den Schulanlagen Schönenbuchstrasse
und Schulzentrum Neuallschwil
untergebracht sind. Diese müssen für
den zusätzlichen Raumbedarf der 6.
Primarschulklasse (HarmoS) aus den
Schulhäusern ausgelagert werden.
Demzufolge sind bis ins Jahr 2016
Räumlichkeiten für
total sechs neue Kindergartenabteilungen
zu schaffen.

Gemeinsame Richtlinien beim Bau von neuen KG

Die Planung der neuen Kindergärten orientiert
sich jeweils an den Richtlinien für den
„Bau von Kindergärten und Räumen für die
Basisstufe“, die von der schweizer-ischen
Konferenz der kantonalen Bauberater/innen
KgCH erarbeitet wurden. Diese gehen vom
Grundgedanken aus, dass sich der
Kindergarten als Bildungs- und
Erziehungsstätte für das Kind von vier
bis acht Jahren versteht. Innerhalb dieses
Raumes soll genügend Platz für
experimentelles Handeln und Lernen sowie
freies Spielen zur Verfügung stehen,
so dass es möglich ist , mit den Kindern
einzeln und/oder in Gruppen zu arbeiten
und dass sich diese frei bewegen,
begegnen und zurückziehen können.
Die Pädagogik anerkennt und achtet
das Spielen als Lebensform des Kindes,
als kindgemässe Form des Lernens
und als Grundlage für die Erweiterung
des sozialen Umfeldes.

 
der neue kindergarten

Legende Bild: Der neue Kindegarten als willkommener Farbtupfer im Ziegeleiareal.

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