Reges Interessen an der Elternbildungsveranstaltung „Ist das noch normal?“

05.12.2017

Die Kinder- und Jugendkommission Allschwil lud am 28. November 2017 alle Erziehungsberechtigten von Allschwiler Jugendlichen sowie interessierte Fachpersonen zur Veranstaltung „Ist das noch normal? – Depression bei Jugendlichen“ ein.

Lorettana Rose, eine Betroffene von Depressionen in Kindheit und Jugend, Caroline Doka, eine Mutter von einem Sohn mit Depressionen im Jugendalter, Noortje Vriends, Psychotherapeutin in der Kinder- und Jugendpsychiatrie Basel und Toni Leibundgut, Psychologin in der Jugend- und Familienberatung Allschwil sprachen über das Thema der Depression. Insbesondere Lorettana veranschaulichte mit ihren Erzählungen von typischen, besonderen und tragischen Erfahrungen die Wirkungsweise der Erkrankung und ihren langen Weg der Genesung. Ebenso klar und ergreifend erzählte Frau Doka von der Ohnmacht und dem Scham als Mutter und wie sie für sich, ihren Sohn und die Familie Unterstützung fand. Immer wieder wurden die Erzählungen durch fachliche Erklärungen von den Fachpersonen Vriends und Leibundgut ergänzt. Und immer wieder konnten die Zuhörenden Fragen stellen.

Die Veranstaltung, die in der Aula des Gartenhofschulhauses stattfand, wurde rege besucht. Das ist nicht erstaunlich, denn das Thema brennt. Jeder fünfte Mensch leidet irgendwann im Leben an einer Depression. Dabei leiden aktuell 4-8% der Allschwiler Jugendlichen an einer Depression, was pro Schulklasse durchschnittlich einem Jugendlichen entspricht. Damit ist die Depression die häufigste psychische Störung. Doch in vielen Fällen wird eine Depression nicht erkannt oder tabuisiert. Auch weil die Depression bei Jugendlichen oft von weiteren körperlichen Symptomen, Suchtverhalten oder Verhaltensauffälligkeiten begleitet werden. Spontane Abnahme der Symtome kommen dabei immer wieder vor. Stärkere und lange andauernde Störungen bedürfen aber einer angemessenen Behandlung.

Wenn Eltern merken, dass ihr Kind zunehmen traurig (“Down“) ist, die Schulleistungen abnehmen, sich Appetit- oder Schlafprobleme über längere Zeit zeigen und es sich sozial zurückzieht, sollte Hilfe gesucht werden. Noortje Vriends empfiehlt, dass ein Arzt abklären soll, ob eine Depression vorliegen könnte. Für Jugendliche mit einer Depression sei momentan Psychotherapie die Behandlung der ersten Wahl.

Einen weiteren Ort der 1. Hilfe bietet in Allschwil die Familien- und Jugendberatung an der Baslerstrasse 255. Die Beratungsstelle gibt nach telefonischer Voranmeldung einen Termin, wo Jugendliche oder Erziehungsberechtigten ihre Anliegen aussprechen und im Vertrauen die Probleme und Ängste äussern können. Die Fachpersonen beraten, begleiten oder triagieren falls notwendig an die richtigen Stellen.

Der Abend wurde mit einem Apero abgeschlossen. Noch lange wurde über das Thema weiter diskutiert und den Austausch mit den Podiumsteilnehmenden gesucht. Der Abend hinterliess allgemein den Eindruck, dass es ein Bedarf nach solchen Veranstaltungen gibt. Die Kinder- und Jugendkommission plant weitere Veranstaltungen für das 2018.

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