Der Mann hinter den Kulissen des neuen Schulhauses

17.05.2016

Patrik Giess

ja. Am 10. September wird die neue Schule Gartenhof eingeweiht. Schon ab 15. August, mit dem Beginn des neuen Schuljahres also, muss im Neubau aber sämtliche Technik funktionieren, jeder Schlüssel passen, jede Lampe brennen, Schul- und andere Räume geputzt bereitstehen. Patrik Giess, Hauswart in Allschwils neuer und gleichzeitig mit Abstand grösster Schule, über die Herausforderung seines Jobs.

Patric Giess
Patric Giess (links) und sein Kollege Bernhard Vogt auf der Zuschauergalerie der Drei-
fachsporthalle, die ebenfalls zu ihren Einsatzgebieten gehört. Foto: ja

Herr Giess, was überwiegt bei Ihnen im Vorfeld des Neubezuges der Schule Gartenhof – die Freude über einen neuen Job in einem neuen Schulhaus oder die Angst vor dem, was alles noch auf Sie zukommt?
Patric Giess: Ich habe gemischte Gefühle, freue mich jedoch auf diese neue Herausforderung.

Ist ein derart grosses Gebäude – hinzukommen ja noch Aula und Dreifachturnhalle – durch einen Hauswart allein zu bewältigen? Wie viele Mitarbeitende unterstützen Sie bei dieser grossen Aufgabe?
Die neue Schule Gartenhof wird durch meinen Kollegen Bernhard Vogt und mich mit je einem 100 Prozentpensum betreut. Für Anlässe und grössere Aufgaben werden wir durch das Hauswartteam unterstützt. Im Innenbereich der neuen Schule Gartenhof werden die täglichen Unterhaltsarbeiten durch neun Reinigungshilfen ausgeführt.

Haben Sie in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn bereits ein Gebäude dieser Grössenordnung als Hauswart betreut?
Bei einer früheren Tätigkeit bei der Messe Schweiz war ich verantwortlich für die Haustechnik der neuen Halle 1 und als Objektleiter für die technische Anlage des St. Jakob–Parks.

Früher hiess ein Hauswart in der Schule Abwart. Muss man Sie heute Facility Manager nennen?
Nein, heute heisst es Hauswart. In meinem Fall, Hauswart mit eidgenössischem Fachausweis.

Welchen beruflichen Rucksack bringen Sie mit, um diese Herausforderung zu meistern?
14 Jahre Facility Management, sieben Jahre als Sicherheitsbeauftragter und jetzt bereits seit mehr als zwei Jahren Hauswart im Schulhaus Bettenacker.

Welches sind die grossen Arbeiten, die Sie bis zum Bezug der neuen Schule noch zu erledigen haben?
Einführung und Einarbeitung in die vielfältige Haustechnik, Kennenlernen des grossen Objektes, Inbetriebsetzung, Instruktionen und Abnahmen der technischen Anlagen, Zutrittsberechtigungen, Einrichten von Räumlichkeiten und Kennenlernen der neuen Arbeitsmittel.

Können Sie uns kurz die Hauptaufgaben des Hauswartes skizzieren, welche ab Bezug durch Schüler und Lehrkräfte und Belegung der Aula und Dreifachturnhalle auf Sie warten? Wer sagt, was Sie zwischen Türöffnung am frühen Morgen und –schliessung am späten Abend alles zu tun haben?
Zirka 60 Prozent unserer Arbeitszeit ist planbar: Instandhaltung der technischen Anlagen, Führung der Reinigungshilfen, Aussenreinigung, Reinigung der Korridore und Grossflächen im Schul- und Hallengebäude, Desinfektion der Nasszellen, Glasreinigungen, Bereitstellung der Materialien für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Facility Management. Dazu kommen Entsorgung der täglich anfallenden Abfälle, Supportleistungen und Betreuung externer und interner Anlässe. Bei 40 Prozent ist unsere hohe Flexibilität für Unvorhergesehenes gefragt: Störungen oder Ereignisfälle im Schulbetrieb, Sachbeschädigungen im oder um die Objekte, Betreuung externer Handwerker, Hilfeleistungen im Hauswartteam. Zum letzten Teil Ihrer Frage: Für die Hauswarte gibt es einen Leistungsauftrag, in dem alle Aufträge geplant und wöchentlich an der Teamsitzung besprochen werden.

Technik und Wartung sind ein grosses Thema: Was steckt denn an Technik in diesem Neubau?
HLK (Heizung, Klima und Lüftungsanlage), Elektro Haupt- und Unterverteilungen, Brandmeldeanlage, gewerbliche Kälte, Liftanlagen, Tür-Management, Wasserhebe-, Sanitär- und Beschallungsanlage sowie Bühnentechnik. Konkrete Angaben zu Zahlen kann ich vorerst noch keine machen. Erfahrungswerte werden nach dem ersten Betriebsjahr festgehalten.

Ordnung und Sauberkeit sind ein anderes grosses Thema: Wie werden Sie dies bei über 500 Schülern und Schülerinnen schaffen? Sind Sie da auch in engem Kontakt mit der Schulleitung? Oder hat der Schulhauswart von heute keinen Kontakt mehr zur Schülerschaft?
Das Facility Management hat zusammen mit der Schulleitung eine Hausordnung erstellt. Diese Hausordnung sollte von allen Nutzern eingehalten werden. Sollte es Änderungen geben, so wird das Gespräch mit den Lehrpersonen bzw. der Schulleitung gesucht. Kontakte zu Schülern und Schülerinnen wird es täglich geben.

Was werden Sie am 10. September 2016, dem Tag der Einweihung machen?
An diesem ganz besonderen Tag werde ich zusammen mit dem ganzen Hauswartteam für Supportleistungen anwesend sein. Selbstverständlich achten wir darauf, dass an diesem Tag nichts beschädigt wird.

Patric Giess ist 46 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Therwil.
In seinem Ausbildungsrucksack befinden sich
• - Hauswart mit eidgenössischem Fachausweis
• - Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
• - Gefahrgutbeauftragter für die Klasse 1bis 9
• - Brandschutz
• - Schulungen und Ausbildung von Mitarbeitenden in den oben genannten Bereichen


Einweihungsfest mit attraktivem Rahmenprogramm
Die neue Schule Gartenhof wird am 10. September 2016 mit einem gebührenden Fest rechtzeitig zum Start des Schuljahres 2016/2017 ihren Nutzern übergeben. Der Samstag wird um 10 Uhr mit einem offiziellen Teil beginnen. Anschliessend stehen Schulhaus, Dreifachsporthalle und Aula allen Interessierten bis um 17 Uhr zur Besichtigung offen. Mit Erlebnisposten und Mini-Führungen werden die einzelnen Bereiche dem Publikum näher vorgestellt. Ein interessantes Unterhaltungsprogramm mit Musik und Spielen – Big Soccer (lebensgrosser „Töggeli-Kasten“), schnellster Loop-Sprinter, Harassen-Turm, Torwand-Schiessen, Hüpfburg, Kletterwand usw. – runden das Programm ab. Diese Attraktivitäten werden ergänzt mit kleineren Aktivitäten wie Märchenerzählerin oder Marionettentheater. Damit die Besucher auch kulinarisch auf ihre Kosten kommen, werden im Aussenbereich, innerhalb des Schulhauses und in der Aula diverse Verpflegungsmöglichkeiten angeboten.

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