Weiterführende Informationen zum Siegerprojekt «Umgestaltung Lindenplatz»

Im November 2019 hat der Einwohnerrat mit grossem Mehr die Planung und Ausführung der Lindenplatz-Umgestaltung gutgeheissen und den entsprechenden Bruttokredit in Höhe von CHF 3'140'000 inkl. MwSt. gesprochen (siehe dazu auch den Bericht des Gemeinderats an den Einwohnerrat). Vorausgegangen waren dem wegweisenden Beschluss zur Umsetzung viele Jahre der Bedürfnisabklärung an der Schnittstelle von Politik, Bevölkerung, Gewerbe, Verwaltung und Fachleuten. Resultat ist das breit abgestützte Siegerprojekt des Planungsteams META Landschaftsarchitektur GmbH, Basel, in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Caesar Zumthor Architekten GmbH, Basel, und dem Verkehrsplanungsbüro B+S AG, Bern.

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Visualisierung des Siegerprojekts: Blick über den Platz in Richtung Coop. ©Filon, Architekturvisualisierung & Bildbastelei.


Referendumskomitee befürchtet zu geringe Biodiversität

Noch vor Ende 2019 hat das Referendumskomitee/Bewegung LindenGrün 881 Unterschriften gesammelt, um das abgesegnete Projekt in der geplanten Form zu stoppen. Damit kommt das Referendum zustande und die Allschwiler Stimmbevölkerung wird am 27. September 2020 (wegen Corona nicht wie geplant bereits am 17. Mai 2020) zur Volksabstimmung an die Urne gebeten. Hintergrund: Dem Referendumskomitee schweben andere Ideen vor, als es das unter Einbezug der Bevölkerung im Dialogverfahren erarbeitete und vom Gemeinde- sowie Einwohnerrat getragene Siegerprojekt vorsieht. So stört man sich im Referendumskomitee insbesondere am vorgesehenen Mergelplatz, da «darunter die Erde tot sei». Insgesamt befürchtet das Komitee, dass die Natur auf dem neuen Lindenplatz zu kurz käme und die Biodiversität zu gering ausfiele. Gewünscht werden Wildblumen, Büsche, Sträucher und Hecken für Insekten und Vögel sowie Lebensräume für Erdlebewesen. Im Raum steht auch die Befürchtung, es würden zu Lasten des Mergelplatzes Bäume verschwinden.

Baumbestand wächst mit geplanter Umgestaltung

Tatsächlich wurde im Rahmen des öffentlich ausgeschriebenen Studienauftrags – auf Basis bestehender Qualitäten des heutigen Lindenplatzes – herausgearbeitet, dass die ortsprägenden Bäume wie die grossen Linden und Föhren bei Umsetzung des Siegerprojekts mit Sicherheit erhalten blieben und der Baumbestand gar von 18 auf neu 27 Bäume erweitert würde – ein schattenspendendes grünes Dach wäre das auffällige Merkmal des neuen Platzes. Überdies erweitert eine nördlich der Lindenstrasse geplante neue Baumreihe den Platzraum und integriert die Natur in den Strassenraum. Trotz Rücksicht auf genügend Grün wird der Lindenplatz als Verbindung zwischen der nahen Stadt und Allschwil aber auch bewusst als urbaner Begegnungsort mit Erholungscharakter durch Verweilen, Spielen und Entdecken gedacht. Allschwil hat in der jüngeren Vergangenheit Orte wie den Wegmattenpark, den Trämmlispielplatz oder die Freifläche Bettenacker mit Fokus auf hohe Biodiversität aufgewertet; beim Lindenplatz ist die Typologie des Platzes bewusst anders angedacht.

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Visualisierung des Siegerprojekts: Blick über den Platz in Richtung Tramhaltestelle und geplantem Kiosk-Neubau. ©Filon, Architekturvisualisierung & Bildbastelei.


Siegerprojekt überzeugt mit klarem Konzept und grosser Flexibilität

Schon zu Beginn der Überlegungen zur Umgestaltung waren die verschiedenen Anspruchsgruppen rund um den Lindenplatz in die Projektgestaltung involviert, um eine zwischen Politik, Verwaltung und Bevölkerung gut austarierte Partizipation bei der Entwicklung des Platzkonzepts zu ermöglichen. Die unterschiedlichen Bedürfnisse (Passanten haben andere Erwartungen als Anwohnende oder das direkt am Platz ansässige Gewerbe) flossen in den Studienauftrag ein und führten zu einem Ergebnis, das mit seinem klaren Konzept und seiner grossen Flexibilität überzeugt. Das Beurteilungsgremium aus Vertretern von Einwohner- und Gemeinderat, den Petenten von 2013 («Der Lindenplatz – ein Begegnungsort für Allschwil»), Fachjuroren und Experten schätzt am Siegerprojekt nicht zuletzt seine Entwicklungsfähigkeit.
Freiraumkonzept Lindenplatz

Geplantes Freiraumkonzept: (1) Freie Fläche, (2) Spielen, (3) PKW-Parkplätze, (4) Kiosk mit Vordach, (5) Wertstoffsammelstelle.


Hindernisse entfernen, Attraktionen und neue Möglichkeiten der Bespielung schaffen

Bestehende Elemente, die der Aufenthaltsqualität auf dem Lindenplatz im Weg stehen, wie etwa räumliche Barrieren in Form von Hecken und Zäunen, werden mit dem Siegerprojekt zugunsten einer neuen Offenheit und urbanen Gelassenheit entfernt oder ersetzt. Zur Öffnung des Platzes trägt auch die Entflechtung seiner Ränder von parkierenden Fahrzeugen bei. Der Kiosk mit Traforaum wird als Neubau in die Weggabelung verschoben und bekommt durch seine Ausrichtung einen grösseren Bezug zum Freiraum. Der Lindenplatz erhält eine neue Wertstoffsammelstelle, die hinter dem Kiosk unterirdisch zu liegen kommt. Die Anordnung des neuen Platzes erlaubt es den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde Allschwil künftig, Märkte und Feste auf dem Platz abzuhalten. Das Siegerprojekt verwandelt die heute vorherrschende Kleinteiligkeit in einen offenen, grosszügigen, durchlässigen aber gefassten Raum – nutzungsoffen, anpassungsfähig und vielseitig bespielbar.

Die Attraktionen und Funktionalitäten des Siegerprojekts in der Übersicht

Neuer Kiosk

Der bestehende Kiosk wird zugunsten einer städtebaulichen Neuordnung aufgegeben und durch einen Neubau an der historischen und einst wichtigen Weggabelung zwischen Basel und Allschwil ersetzt. Der Neubau soll in Zukunft die Funktion einer Tramhaltestelle erfüllen und gleichzeitig als Buvette dienen. Das umlaufende Dach bietet Schutz vor Witterungseinflüssen und bildet einen Unterstand der Tramhaltestelle. Neben dem in der Fassade integrierten Postomat, der gut sichtbar zur Baslerstrasse platziert ist, befindet sich vor der Fensteröffnung eine Sitzbank. Gut ersichtlich wird ein Billettautomat in die Rundung integriert. Das öffentliche WC (IV) ist zur Lindenstrasse orientiert.

Spiel und Sport für Gross und Klein

In der angedachten Gestaltung werden zahlreiche Spielmöglichkeiten angeboten. Das Konzept sieht unterschiedliche Spielbereiche für unterschiedliche Altersgruppen vor. Entlang des «Lindenplatzwegs» gibt es einen Spielstreifen, der Balancier- und Klettermöglichkeiten sowie einen Sandkasten und eine Korbschaukel beinhaltet. Das Spielangebot wird durch den Brunnen mit eingelassenen Wasserdüsen und einen Tischtennistisch nahe des neuen Kiosks ergänzt. Zudem bietet der gesamte Platz die Möglichkeit, Boule zu spielen.

Aufgrund der Verkehrsberuhigung mit Tempo 20 und der Teilung des Lindenplatzwegs durch zwei klappbare Poller eignet sich der Bereich entlang des Lindenplatzwegs gut als Spielbereich. Dessen Gestaltung fügt sich selbstverständlich zwischen die Eichensitzbänke ein. Das Thema der Eichensitzbänke wiederum wird im Spielbereich beispielsweise in Form von Balancierbalken wiederaufgenommen. Der Spielbereich für Kleinkinder befindet sich unter den neu gepflanzten und gleichzeitig schattenspendenden Gehölzen. Neben dem Spielbereich soll eine Wasserstelle mit Druckknopf installiert werden.

Parkierung

Entlang der Lindenstrasse werden neu sieben Parkplätze mit der Breite von 2,5 m als Kurzzeitparkplätze angeboten. Dies stellt zugunsten des Gewerbes eine höhere Wechselfrequenz sicher, als es die heute vorhandenen Dauerparkplätze tun. Die Parkplätze vor der Migros entlang des Langmattwegs werden neu senkrecht ausgebildet, um ein Ausparkieren in Richtung Baslerstrasse zu ermöglichen. Somit wird das angrenzende Quartier nicht unnötig mit Autoverkehr belastet.

Vegetationskonzept

Das Vegetationskonzept unterstützt die Idee der freien Mitte, indem das Platzzentrum freigespielt wird. Der Raum unter dem Blätterdach wird zur Aufenthaltszone. Die markanten drei Linden, eine weitere Linde nördlich des Lindenplatzes sowie die Föhren werden als Zeitzeugen erhalten und durch zahlreiche Neupflanzungen ergänzt. Die Anzahl der Bäume auf dem Lindenplatz wird von 18 auf neu 27 Bäume aufgestockt.

Von der Idee zur Volksabstimmung – wichtige Meilensteine des Umgestaltungsprojekts Lindenplatz

  • August 2013: Gleichzeitig mit dem kantonalen Projekt «Umgestaltung Baslerstrasse» gibt die Gemeinde Allschwil eine Studie in Auftrag, die das Potenzial des öffentlichen Raums entlang der Baslerstrasse aufzeigen soll. Ergebnis: Dem Lindenplatz soll eine Schlüsselrolle als Ort der Begegnung zukommen.

  • August 2013: Die Interessengemeinschaft Neuallschwil überreicht dem Gemeinderat die Petition «Der Lindenplatz – ein Begegnungsort für Neuallschwil» mit über 500 Unterschriften. Die Petenten fordern eine Umgestaltung des Lindenplatzes mit der Planung von Fassade zu Fassade, der Einrichtung einer Begegnungszone, begehbarem Kiosk, öffentlichem WC, einem Boule-Spiel sowie genügend Stühlen und Bänken zum Verweilen.

  • August 2014: Die Bevölkerung rund um den Lindenplatz erhält einen Fragebogen, worüber sie ihre Wünsche für den Lindenplatz der Zukunft mitteilen kann.

  • Oktober 2014: Auf Basis der zuvor verteilten Fragebögen findet eine öffentliche Veranstaltung mit Diskussion betreffend künftiger Nutzung des Lindenplatzes statt.

  • Mai 2016: Der Gemeinderat beschliesst, eine breit abgestützte Spezialkommission «Umgestaltung Lindenplatz» mit Vertreterinnen und Vertretern aller Einwohnerratsfraktionen zu bilden.

  • Juni 2018: Nach einer öffentlich ausgeschriebenen Präqualifikation mit 30 teilnehmenden Planerteams empfiehlt die Spezialkommission dem Gemeinderat einstimmig drei Gewinner, die den Studienauftrag im Wettbewerb gegeneinander durchführen.

  • Juni 2018: Direkt betroffenen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern wird der Stand des laufenden Studienauftrags vorgestellt.

  • Januar 2019: Schlusspräsentation des Studienauftrags Lindenplatz: Das Beurteilungsgremium (mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik sowie Fachexperten) empfiehlt einstimmig das Projekt des Büros META Landschaftsarchitekten zur weiteren Bearbeitung und Umsetzung.

  • Februar 2019: Der Gemeinderat bestätigt den Entscheid des Beurteilungsgremiums.

  • Februar 2019: Das Siegerprojekt wird vor der Einwohnerratssitzung präsentiert und während zwei Wochen öffentlich im Lichthof der Gemeindeverwaltung Allschwil ausgestellt.

  • März 2019: Das Wettbewerbsprojekt wird in einer intensiven Weiterbearbeitungsphase verfeinert.

  • Mai 2019: Das Vorprojekt wird am Lindenplatz-Stammtisch des Restaurants Harmonie öffentlich vorgestellt.

  • Juni 2019: Das Vorprojekt wird mit der Kinder- und Jugendkommission diskutiert.

  • September 2019: Die Inputs der Diskussion mit der Kinder- und Jugendkommission werden umgesetzt und die Anpassungen erneut letzterer präsentiert.

  • September 2019: Der Gemeinderat genehmigt das Vorprojekt.

  • November 2019: Der Einwohnerrat heisst mit grossem Mehr den Bericht zur Umgestaltung Lindenplatz gut und spricht den entsprechenden Kredit für die weitere Planung und Ausführung.

  • Ende 2019: Das Referendumskomitee/Bewegung LindenGrün sammelt 881 Unterschriften gegen das vorgestellte Projekt – das Referendum kommt zustande.

  • Mai 2020: Die geplante Volksabstimmung wird aufgrund der Corona-Pandemie verschoben.

  • September 2020: Ersatztermin für die Volksabstimmung ist der 27. September 2020.

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