Kulturleitbild Allschwil

1. Grundsätze
Kultur umfasst die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäusserungen. Die kulturelle Bildung führt zu einer verfeinerten Lebensweise und bereichert das soziale Zusammenleben in vielen Aspekten.

Förderung auf kultureller Ebene unterstützt und ermöglicht Aktivitäten auf verschiedensten "Gebieten", so die Kunst und die Volkskultur.

Kunst ist ein Begriff der ästhetischen Betrachtungsweise, angewendet auf Werke der bildenden Kunst, der Literatur, Musik, Tanz, Theater, Philosophie und andere.
Aspekte und Traditionen der Volkskultur, wie beispielsweise Kunsthandwerk, Volksmusik, Volksfeste mit der Fasnacht und andere, die gepflegt und weiterentwickelt werden, prägen regionale Eigenheiten und bereichern das Freizeitangebot.

Kulturförderung bedeutet sowohl Unterstützung zu einer Entwicklung der Kultur als auch die Bereitstellung der Mittel zur Wahrung von schon vorhandener Kunst und Volkskultur.

2. Kulturauftrag der Gemeinde
Die kommunale Kulturförderung soll Rahmenbedingungen schaffen, die möglichst alle Einwohnerinnen und Einwohner, unabhängig von ihrem Alter, ihrer kulturellen Herkunft oder ihrem sozialen Status in das kulturelle Leben in der Gemeinde einbezieht.

Die kommunale Kulturförderung dient dazu, die ortsspezifischen Eigenheiten zu erhalten und neue aus dem Ort wachsende Kulturentwicklungen in Zusammenarbeit mit den bestehenden Institutionen zu fördern.

Den Kulturschaffenden und den kulturellen Institutionen kommt auf kommunaler Ebene eine wichtige Aufgabe zu. Sie schaffen die Voraussetzungen für einen Lebensraum, in dem die Kunst und die Volkskultur ihren berechtigten Platz im Alltag einnehmen. Das kulturelle Geschehen trägt wesentlich zur Integration und zur Identifikation mit der Gemeinde und der Gemeinschaft bei.

Die kommunale Kulturförderung ist für die Gesamtentwicklung der Gemeinde Allschwil von grosser Bedeutung, und sie trägt zur Stärkung des kulturellen Lebens in der Region bei.

3. Kulturförderung durch die Gemeinde
Die Erarbeitung von Grundlagen für ein vielfältiges kulturelles Leben und dessen Förderung und Unterstützung sind Aufgaben des Gemeinwesens. Die Gemeinde hat neben ihren Infrastruktur- und Verwaltungsaufgaben auch einen Kulturauftrag wahrzunehmen. Dieser besteht nicht in erster Linie darin, selber Kultur zu machen. Die Gemeinde schafft vielmehr Rahmenbedingungen und bietet Unterstützungen an, die eine erfolgreiche Kulturarbeit ermöglichen. Kommerzieller Erfolg muss dabei nicht im Vordergrund stehen.

Dieser Grundsatz schliesst nicht aus, dass die öffentliche Hand in speziell gelagerten Situationen als Trägerin einer Veranstaltung oder eines Anlasses in Erscheinung treten kann. Eine aktive Rolle kann insbesondere im Bereich der Förderung noch nicht etablierter Kulturschaffender angezeigt sein. Auch hier ist eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Institutionen anzustreben. Gemeinde und private Organisatoren oder Institutionen stehen dabei nicht in Konkurrenz.

Die Kulturförderung der Gemeinde ist den Einwohnerinnen und Einwohnern transparent und nachvollziehbar darzulegen. Das Anregen und das Vermitteln zwischen Kulturschaffenden und Bevölkerung stehen dabei im Vordergrund.

Das kulturelle Geschehen in der Gemeinde ergibt sich durch ein Zusammenwirken von Kulturschaffenden, kulturellen Organisationen sowie privaten, kantonalen und kommunalen Stellen. Ein derartiges Zusammenwirken bedarf der gegenseitigen Toleranz und Wertschätzung. In diesem Dialog soll das Gemeinwesen die Kulturarbeit durch direkte Massnahmen aktiv unterstützen, die aus privater Initiative allein nicht realisiert werden können. Diese aktive Unterstützung kann materieller oder ideeller Art sein; sie kann durch Infrastrukturleistungen, Geldbeiträge oder anderes gewährleistet werden.

4. Kommunale Kulturförderung als Teil einer regionalen Aufgabe
Mit der kommunalen Kulturförderung nimmt die Gemeinde Allschwil Anteil und Einfluss auf das kulturelle Geschehen in der Region. In Ergänzung zu den finanziellen Abgeltungen des Kantons Basel-Landschaft an den Kanton Basel-Stadt leistet die Gemeinde gezielte Beiträge an kulturelle Einrichtungen in der Stadt Basel und der Region.

5. Massnahmen der kommunalen Kulturförderung
Kultur und Kulturschaffende sind einem steten Wandel ausgesetzt; sie setzen sich mit der Pflege der Tradition und mit Aktuellem sowie Zukünftigem auseinander. Ziel der kommunalen Kulturförderung ist es, diese Lebendigkeit und die sich stets neu entwickelnde Dynamik weder zu behindern noch einzuschränken.

5.1 Beiträge
Die Gemeinde leistet einmalige oder wiederkehrende, projektbezogene Beiträge an Kulturschaffende, kulturelle Institutionen, Vereine oder Veranstalter.

Die bestehenden kulturellen Institutionen prägen das kulturelle Geschehen in der Gemeinde Allschwil und sind durch die Gemeinde nach Bedarf und Möglichkeit zu unterstützen. Kriterien und Rahmenbedingungen für die Vergabe von Beiträgen werden in separaten Richtlinien festgehalten.

Die Zuteilung der finanziellen Mittel auf die verschiedenen Bereiche und Projekte wird jährlich auf Antrag überprüft.

Die Vergabe der finanziellen Mittel an Projekte sowie die Leistung von Defizitgarantien wird mit geeigneten Auflagen hinsichtlich Planung, Koordination und Durchführung verbunden. Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger sind verpflichtet, die Möglichkeiten weiterer Beitragsleistungen Dritter (Lotteriefonds, Sponsoring u.a.m.) zu prüfen.

Beitragsleistungen der Gemeinde sind zweckgebunden; sie dürfen indessen die Freiheit der Programmgestaltung sowie die personellen Bereiche der begünstigten Organisationen oder Veranstalter nicht einschränken.

Die Möglichkeiten einer beständigen Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gewerbe und privaten Organisationen sind zu vertiefen und vermehrt zu nutzen, dies im Hinblick auf finanzielle und ideelle Unterstützungen. Die öffentliche Hand muss wenn immer möglich auf das private und gewerbliche Sponsoring verzichten. Die durch Sponsoring verfügbaren Mittel sollen möglichst uneingeschränkt den privaten Organisationen zur Verfügung stehen.

Die Unterstützung kultureller Aktivitäten durch die Bereitstellung vorhandener Infrastrukturleistungen ist optimal zu gestalten, wobei dies zu keinen dauernden Zusatzbelastungen des Verwaltungsbetriebes führen darf.

5.2 Eigene Aktivitäten der Gemeinde
Kulturelle Veranstaltungen werden durch öffentliche Stellen nur organisiert oder durchgeführt, wenn die private Initiative nicht ausreichend ist und besondere Zielsetzungen ohne Konkurrenzierung Dritter erreicht werden können.

Die Jugendmusikschule soll sich nicht allein der Nachwuchsförderung verpflichtet fühlen. Sie ist Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde und ergänzt das bestehende Angebot mit eigenen Aktivitäten.

Das Heimatmuseum ergänzt und belebt das kulturelle Leben in der Gemeinde und namentlich die Volkskultur im Rahmen der Umsetzung seines Leitbildes 2000 auf spezifische Weise.

Das Jugendfreizeithaus bemüht sich insbesondere um jugendkulturelle Veranstaltungen und fördert dabei die Eigeninitiative von Jugendlichen.

5.3 Öffentlichkeitsarbeit
Durch eine offene und regelmässige Information der Einwohnerinnen und Einwohner über die kommunalen Bestrebungen und Entscheide im Bereich der Kulturförderung wird die Identifizierung mit dem örtlichen Kulturgeschehen gefördert. Die zur Anwendung gelangenden Kriterien und Rahmenbedingungen, welche für die Entrichtung kommunaler Beiträge und die Unterstützung von Projekten Geltung haben, müssen einsehbar sein.

GEMEINDERAT ALLSCHWIL
Januar 2001 

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